Seminare
Das Seminar befasst sich mit den Grundlagen der Entwicklung, Planung, Realisierung, Anpassung und dem Betrieb von Gesundheitsimmobilien.
Der Gesundheitsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel und bietet daneben umfassende Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Gleichzeitig ist jedes Krankenhaus eine hochkomplexe „Maschine“, die einem ständigen Anpassungsdruck ausgesetzt ist. Dies bringt für alle an Bau und Betrieb beteiligten Personen große Herausforderungen mit sich. Für Architekten sind ein Grundverständnis der Prozesse und Abläufe im Gebäude sowie spezifische Kenntnisse zur Planung und Realisierung einer hochkomplexen Bauaufgabe erforderlich.
Nach einer Einführung in die Thematik und der Vermittlung von Grundlagen zur Bauaufgabe, werden die einzelnen Schritte von Baumaßnahmen im Krankenhausbau, von der Ziel-, Entwicklungs- und Bedarfsplanung, über die Konzeptionierung und Planung, die Realisierung bis hin zum Gebäudebetrieb erläutert und mit Praxisbeispielen veranschaulicht. In Referaten werden die einzelnen Themen durch die Studierenden im Rahmen von selbstständigen Arbeiten vertieft, wobei eine Betreuung bis hin zu den schriftlichen Ausarbeitungen angeboten wird.
Ziel ist es ein Grundverständnis für die komplexen und spannenden Aufgaben im Krankenhausbau zu entwickeln und spezifische Fähigkeiten zur Abwicklung von komplexen Bauaufgaben kennenzulernen.
Eine Ihrer wesentlichen Aufgaben als Architektinnen und Architekt auf dem Weg zur Realisierung eines Bauprojektes ist die Beschaffung von Bauleistungen. Dabei haben Sie in den Leistungsphasen 6 (Vorbereitung der Vergabe) und 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) die Aufgabe, die Qualität Ihrer vorangegangenen Planung von Entwurf, Kosten und Terminen in eine geeignete Form der Ausschreibung zu übertragen, um damit die Grundlage für eine wirtschaftlich erfolgreiche Projektrealisierung zu schaffen. Da diese Tätigkeiten zum Architekten-Handwerkszeug gehören, werden Ihnen in dieser Veranstaltung die Grundlagen des Themenbereichs AVA (Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung von Bauleistungen) vermittelt.
Nach einer kompakten Einführung sowie einer spezifischen EDV-Schulung liegt der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung auf der praktischen Anwendung. Dabei werden Sie lernen, auf Basis eines geeigneten eigenen (oder gestellten) Entwurfs, die zu erbringenden Leistungen des Projekts anhand eines Gewerks zu strukturieren und in Form eines Leistungsverzeichnisses zu beschreiben. Kooperierende Unternehmen erstellen Ihnen auf dieser Basis Angebote, welche Sie im Rahmen der Vergabephase auswerten und als Grundlage der Abrechnung einsetzen können.
Parallel dazu werden verschiedene Planungsbüros ihre Arbeitsweisen im Bereich AVA vorstellen und geben den Studierenden einen Einblick in die Praxis. Vorkenntnisse im Bereich der Kostenplanung sind von Vorteil, aber nicht Voraussetzung.
Die Veranstaltung widmet sich den Themenbereichen des modularen und elementbasierten Bauens (Schwerpunkt Holzbauweise) bis hin zur seriellen Fertigung sowie möglichem Rückbau nach dem Cradle to Cradle Prinzip, unterstützt von digitalen Methoden von der Planung bis hin zum Betrieb und Wiederverwertung. Vermittelt werden die Grundlagen, Anwendungsfelder, Chancen und Herausforderungen des elementbasierten und modularen Bauens mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit, Planung, Nachhaltigkeit, Qualität, Vielseitigkeit und Zeitfaktor.
Dabei steht neben den theoretischen Grundlagen vor allem die praktische Anwendung in realen Projekten im Mittelpunkt. In der ersten Seminarhälfte lernen die Studierenden neben den Basiskenntnissen des Modulbaus und des elementbasierten Bauens verschiedene Anwendungsbereiche kennen.
In der zweiten Hälfte bietet sich die Möglichkeit mittels Impulsvorträgen und Exkursion zu Referenzprojekten sowie Unternehmen Einblicke in die Praxis zu erhalten. Zudem werden die Studierenden in 2er-Gruppen die vorgestellten Projekte vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellen und einen Vortrag hierzu ausarbeiten.
Die Termine zu den Case Studies (teils außerhalb der Universität) stellen einen wesentlichen Schwerpunkt der Leistung (Dokumentation) und Grundlage der Abschlusspräsentationen dar. Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion geplant. Abschließend werden die Ergebnisse im Rahmen des Seminars präsentiert.
Der Erfolg deines Bauprojekts hängt ganz wesentlich von der Qualität deines Managements ab. Qualitäten, Kosten und Termine sind die zentralen Bausteine, die in sämtlichen Projektphasen geplant, gesteuert und kommuniziert werden müssen und letztendlich die Grundlage dafür sind, einen gestalterisch herausragenden Entwurf überhaupt wie geplant realisieren zu können.
- Welche Projektziele müssen definiert werden, um Erfolg messen zu können?
- Wie strukturiere und steuere ich ein Projekt?
- Wie funktionieren Informations-, Kommunikations- u. Entscheidungsprozesse?
- Welche Rolle spielen Grundlagenermittlung, Risikomanagement, Terminplanung, Ablaufmanagement, Kostenmanagement?
- Welche Soft Skills sind in der Zusammenarbeit mit den weiteren Beteiligten eines Bauprojekts hilfreich?
Im Seminar werden Lösungen und Ansätze zu Werkzeugen anhand von Fallbeispielen erarbeitet und diskutiert. Ziel ist es, „Bauprojektmanagement“ als Hilfsmittel kennen und anwenden zu lernen, aber auch wie typischen Störungen im Projektablauf begegnet werden kann.
Neben allgemein gültigen Praktiken des Bauprojektmanagements werden auch Einblicke in die Rahmenbedingungen und Prozesse der öffentlichen Bauherrschaften (Kommunen, Länder, Bund) angesprochen. Es sind zwei Exkursionen vorgesehen: Zu einem renommierten Architekturbüro und zu einem städtischen Hochbauamt.
Entwurfs-/Projektarbeit
3 Stegreif-Entwürfe: Planen im systemischen, modularen und seriellen Bauen in Hinblick auf Leistungen, Prozesse und Wirtschaftlichkeit.
Aufgabe und Ausgangslage:
Der Holzbau rückt wieder in den Fokus von Planenden und Bauherren, um wirtschaftliche, qualitativ hochwertige und kurzfristig realisierbare bauliche Lösungen zu schaffen v. a. im Bereich Wohnen und Bildung.
Planende sehen sich der Herausforderung gegenüber, in interdisziplinären Teams nachhaltige und ökonomische Gebäude zu entwickeln. Durch ein gemeinsames Verständnis von Gebäudefunktion, Gestaltung und Qualität sowie einem hohen Vorfertigungsgrad sollen präzise Planungen und optimierte Bauprozesse erreicht werden.
Es werden systemische, modulare und serielle Entwürfe für Wohn- und Kitabauten entwickelt. Kosten, Prozesse und Leistungen werden hierbei durch die Anforderungen des Bausystems vorformuliert und geprüft.
Rahmenszenario: In Workshops und auf Basis einer Werksbesichtigung, bei denen Produktionsschritte und Bausysteme detailliert erläutert werden, sollen die Studierenden erkennen, was technisch und wirtschaftlich möglich ist – und wo die Grenzen serieller und modularer Holz- und Holzhybridbauweisen liegen.
In drei Stegreifen werden unterschiedliche Holzbauweisen untersucht. Die Stegreif-Entwürfe dienen dazu, das Potenzial serieller Fertigungsweisen mit Blick auf Planungsleistungen, Prozesse und Wirtschaftlichkeit kritisch zu erproben und weiterzuentwickeln. Bei den drei Stegreifen stehen Praxisnähe (Begleitung durch externe PartnerInnen) und eine jeweils spezifische Aufgabenstellung im Fokus.